Karate

Die Kampfkunst Karate

Im Karate gibt es keinen ersten Angriff, Karate ist eine Kampfkunst deren oberstes Ziel die Selbstverteidigung und nicht der Angriff ist. Aus diesem Grund darf Karate nur zum Zwecke der Selbstverteidigung verwendet werden, und da wohl überlegt und in gerechtem Ausmaß. Selbstverständlich ist es verboten, die – ohne Übertreibung – sehr gefährlichen Karatetechniken aggressiv zu verwenden!

Das Training

Kihon
Im Kihon (Grundschule) werden sämtliche Karatetechniken erlernt, die als Basis für das weitere Karatestudium dienen. Man lernt seinen Körper entsprechend den Prinzipien des traditionellen Karate in allen Richtungen und mit maximaler Effektivität zu bewegen.

Die grundlegenden Techniken der Abwehr, des Stoßens, Schlagens und Tretens sind sowohl der Anfang wie auch das Ziel des Karate-do. Sie lassen sich zwar im Laufe von ein paar Monaten halbwegs lernen, aber um sie vollkommen zu meistern, reicht oft ein ganzes Leben nicht aus. Man muß regelmäßig üben und vollste Konzentration und Anstrengung für jede einzelne Bewegung aufwenden, der Körper muß sich als Ganzes bewegen. Selbst wenn nur ein Finger einer Technik (Ippon-Nukite) das Ziel berührt steckt stets die Kraft des gesamten Körpers und nicht nur die des einzelnen Körperteiles hinter der Technik. Im Kihon müssen wir unseren Körper trainieren und stärken, um für den Ernstfall bereit zu sein!

Kata
Kata bedeutet wörtlich festgelegte Form. Rein äußerlich ist die Kata eine Aneinanderreihung von Techniken des Karate−do. Es wäre aber eine bodenlose Degradierung die Kata nur unter diesem Aspekt zu sehen, denn in Wirklichkeit ist Kata ein Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner. Gegenwärtig kennt man ca. 50 Katas in den verschiedenen Karate-Stilrichtungen, manche von ihnen sind seit über Hunderten von Jahren bekannt und überliefert, andere hingegen wurden erst in jüngerer Zeit entwickelt.

Charakteristiken, die jedoch allen Katas gemein sind:

  • Jede Technik und jede Bewegung einer Kata ist in ihrer Reihenfolge und Richtung genau festgelegt
  • Jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik. Diese Tatsache zeigt uns den defensiven Charakter dieser Kampfkunst (ein altes japanisches Sprichwort besagt: Karate ni sente na shi = im Karate gibt es kein Zuvorkommen, d.h. es gibt keinen ersten Angriff im Karate).
  • Jede Kata beginnt und endet ungeachtet ihrer vielen Bewegungen am selben Punkt
  • Bei den Kata werden sowohl Geist wie Körper trainiert. In der Ausführung einer Kata sollte der Karateka Selbstvertrauen und Bestimmtheit, aber auch Höflichkeit und Bescheidenheit zeigen und damit diszipliniert Körper und Geist zu einer Einheit vereinen. Gichin Funakoshi sagte oft zu seinen Schülern „Ohne Höflichkeit geht der Geist des Karate verloren“.

In der Kata werden uns auch Kampferfahrungen der alten Meister übermittelt und die gilt es zu verstehen. Wie schon Funakoshi sagte: Übe die Kata korrekt, im echten Kampf ist das eine andere Sache!“

Kumite
Neben Kihon und Kata ist Kumite die dritte wichtige Säule des Karate. Kumite wird oft mit Kampf übersetzt, sollte aber als Technik der Bewegung verstanden werden. Kumite ist keine streitbare Auseinandersetzung zur Feststellung der Stärken, sondern sollte vielmehr als Chance gesehen werden, durch das gemeinsame Training mit dem Partner mit dem eigenen Ich ins Reine zu kommen.

Viele Karateka neigen dazu, ohne ausgedehntes Studium der Grundtechniken und der Kata zu früh mit dem Kumite anzufangen, was dazu führt, daß es ein sinnloses Umherwirbeln der Arme und Beine wird, ohne solide Grundlagen, was wiederum zu unnötigen Verletzungen führt.

Das soll aber nicht heißen, daß Kumite unwichtiger sei als Kata oder Kihon, ganz im Gegenteil, Karate ist und bleibt eine Kampfkunst, und deshalb können wir nur durch Übungen mit einem Partner ein volles Verständnis für unsere Karatetechniken, für den korrekten Abstand, das Timing und viele andere unumgänglichen Feinheiten des Karate bekommen, um uns im Ernstfall auch verteidigen zu können.

Yamato Karate-Verein Innsbruck